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Polieren nach dem Lackieren: Wann und wie der Lack auf Hochglanz kommt

Lackierpistole für Füller und GrundierungWer sein Fahrzeug lackiert oder lackieren lässt, sollte den Lack im Nachhinein auf Hochglanz polieren. Es gibt jedoch einige Dinge zu beachten, wenn man mit dem Exzenterschleifer den Lack auf Hochglanz polieren möchte. Im Prinzip wird der Exzenterschleifer zweckentfremdet. Für das Polieren des Autolacks ist eine Poliermaschine normalerweise gedacht. Wer jedoch nur einen Exzenterschleifer zu Hand hat, der sollte folgende Dinge beachten:

  • Schleifmittel gründlich von Holzstaub befreien
  • Spezielle Aufsätze für Autolack bereitlegen

Wird der Schleifstaub im Vorfeld nicht entfernt, so könnte es passieren, dass Schleifstaub vom Holz in den Autolack eingearbeitet wird. Das Schleifen mit dem Exzenterschleifer und einem staubfreien Polierteller ist denkbar einfach und schnell erledigt. Bei dem Gerät rotiert der Schleifteller exzentrisch. Dadurch ist ein hologrammfreies Polieren möglich. Selbst für Einsteiger ist das ein Gerät, mit dem sich das Polieren einfach gestaltet, wenn man einige wichtige Punkte beachtet.

Wann polieren nach dem Lackieren?

Poliert wird erst, wenn der Lack vollständig durchgehärtet ist. Ist er nur oberflächlich trocken, drückt die Politur Spuren in die weiche Schicht, und durch die Reibungswärme kann sich der Lack sogar wieder anlösen. Wie lange das dauert, steht im technischen Datenblatt des Lacks. Als grobe Orientierung:

Lack Frühestens polieren Hinweis
2K-Klarlack, luftgetrocknet meist nach etwa einem Tag bei Raumtemperatur bei Kälte deutlich länger
2K-Klarlack, forciert getrocknet nach dem Abkühlen Trocknung im Ofen oder mit Infrarot nach Datenblatt
1K-Lack, auch aus der Spraydose oft erst nach mehreren Tagen bis Wochen härtet nur durch Verdunsten, dünne Schicht vorsichtig behandeln

Den Fingernageltest können Sie an einer verdeckten Stelle machen: Hinterlässt ein leichter Druck mit dem Fingernagel eine Spur, ist der Lack noch zu weich.

Muss neuer Lack überhaupt poliert werden?

Nicht zwingend. Ist die Lackierung gleichmäßig verlaufen und frei von Einschlüssen, glänzt sie auch ohne Politur. Poliert wird, um Fehler zu beseitigen: Staubeinschlüsse, leichte Orangenhaut, matte Stellen durch Sprühnebel oder kleine Läufer. Beim Übergang von neuem zu altem Lack, etwa bei einer Teillackierung, gleicht die Politur außerdem den Glanzgrad an.

Vor dem Polieren: Nassschliff bei Staub und Orangenhaut

Eingeschlossene Staubkörner oder eine deutliche Orangenhaut bekommt die Politur allein nicht weg. Dann wird der Klarlack zuerst nass geschliffen, typisch in Stufen von Körnung 1500 über 2000 bis 3000, mit viel Wasser und einem Schleifklotz oder weichem Pad. Danach sieht die Fläche gleichmäßig matt aus, und die Politur holt den Glanz zurück.

Vorsicht an Kanten

An Kanten und Sicken ist die Lackschicht dünner. Dort wird nur ganz leicht oder gar nicht geschliffen, sonst ist man schnell durch den Klarlack bis auf den Basislack. Das lässt sich nicht wegpolieren, nur neu lackieren.

Polieren – So geht es los

Zunächst einmal sollten Verunreinigungen und Schmutz entfernt werden. Hierfür bietet sich Polierfilz an. Danach kann auch schon die Politur auf dem Lack verteilt werden. Politur wird auch Feinschleifpaste genannt. Nutzer sollten sparsame und kleine Portionen verteilen. Am Exzenterschleifer ist die gewünschte Drehzahl einzustellen. Um die Politur aufzutragen, reicht eine niedrige Drehzahl komplett aus. Wichtig ist:

  • Gerät erst einschalten, wenn Drehteller auf Autoblech aufliegt
  • Ansonsten Spritzgefahr

Sobald das Gerät eingeschaltet ist, wird die Politur sanft und ohne jeglichen Druck mit niedriger Drehzahl verteilt. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollte der Lack im Kreuzstrich poliert werden. Wichtig wäre es hierbei, dass das Pad die zuvor polierten Teile mit ungefähr 50 Prozent überlappt. Nachdem schon die erste Schicht eingearbeitet wurde, sollte die Drehzahl etwas erhöht werden. Ebenfalls sollte der Anwender etwas mehr Druck ausüben. Wichtig hierbei ist, das der Teller während des Poliervorgangs nicht verkantet. Aufgrund der Rotationsbewegung ist die Gefahr groß, dass es zu einem solchen Ereignis kommt. Verkantet sich der Teller, können folgende negative Ereignisse auftreten:

  • Schlieren
  • Spuren
  • Hologramme

Ganz so einfach ist die Handhabung mit dem Exzenterschleifer dann doch nicht. Die Politur soll gleichmäßig verteilt und eingearbeitet werden. Der Anwender muss demzufolge den Exzenterschleifer möglichst gerade auf das Blech drücken. Ansonsten ist die Gleichmäßigkeit der Politur in Gefahr.

Vorschaubild des VideosErst beim Klick wird das Video von YouTube geladen. Dabei werden Daten an Google übertragen.

Bestmögliches Finish erzielen

Ziemlich am Ende der Politur sollte die Drehzahl wieder zurückgefahren werden. Ebenso ist der ausgeübte Druck etwas zu verringern. Nun fährt man noch ein paar Mal im Kreuzstrich über das Blech, um der Politur den endgültigen Schliff zu geben. Bevor der Schleifer von dem Blech genommen wird, sollte er komplett zum Stillstand gekommen sein. Erst dann ist das Herunternehmen des Schleifers empfehlenswert. Nachdem das Blech poliert wurde, sollten Nutzer noch schnell im Nachgang mit einem weichen Lappen die Politur vom Blech abwischen. Ansonsten erhärtet sie. Vorzugsweise sollten Fahrzeugbesitzer bei großen Fahrzeugen immer stückchenweise vorangehen, um stets die beste Politur zu erzeugen. Wer alles richtig gemacht hat, der kann sich über den schönen neuen Lack im wunderschönen Glanz freuen.

Poliermaschine, Exzenterpolierer oder Exzenterschleifer?

Gerät Bewegung Für wen
Rotationspoliermaschine dreht sich nur um die eigene Achse Profis, schnelle Abtragsleistung, aber hohe Gefahr von Hologrammen und Durchpolieren
Exzenterpolierer dreht und schwingt zugleich Einsteiger und Heimwerker, verzeiht Fehler, kaum Hologramme
Exzenterschleifer mit Polierpad wie Exzenterpolierer, aber für Schleifarbeiten ausgelegt Notlösung für kleine Flächen, wenn kein Polierer vorhanden ist

Wer regelmäßig lackiert und poliert, ist mit einem Exzenterpolierer am besten bedient. Der Exzenterschleifer funktioniert, wenn Drehzahl und Pad passen, er ist aber schwerer zu führen und für längeres Polieren nicht gebaut.

Alternative zur Politur mit Exzenterschleifer

Als Alternative zum Exzenterschleifer biete sich auch die Politur per Hand an. Bei einem kompletten Fahrzeug ist das jedoch ein mühseliger Akt, alle Teile per Hand zu polieren. Von daher ist das eher eine Methode, die nicht in die engere Wahl zu ziehen ist. Bei kleineren Flächen ist das kein Problem. Aber bei kompletten Fahrzeugen ist das sehr zeitaufwendig. Vorzuziehen ist da doch eher die Poliermaschine, die eigentlich für die Politur des Fahrzeuglacks gedacht ist. Mit ihr lassen sich die lackierten Blechteile des Fahrzeugs problemlos und schnell polieren.

Häufige Fragen

Wann kann man nach dem Lackieren polieren?

Erst wenn der Lack durchgehärtet ist. Bei 2K-Klarlack ist das oft nach etwa einem Tag bei Raumtemperatur der Fall, bei 1K-Lacken und Spraydosenlack eher nach mehreren Tagen bis Wochen. Verbindlich ist das Datenblatt des Lacks.

Kann man Lack aus der Spraydose polieren?

Ja, wenn er vollständig ausgehärtet ist. Die Schicht ist aber dünner als bei der Lackierpistole, deshalb nur mit feiner Politur, wenig Druck und niedriger Drehzahl arbeiten. Ein Klarlack über dem Farblack schafft Reserve für das Polieren.

Warum entstehen Hologramme beim Polieren?

Hologramme sind feine, schimmernde Kreisspuren. Sie entstehen vor allem mit Rotationsmaschinen, durch zu grobe Politur, zu hohe Drehzahl oder ein verschmutztes Pad. Ein Exzenterpolierer und eine feine Finish-Politur zum Abschluss vermeiden sie weitgehend.

Welche Politur nach dem Lackieren?

Meist zwei Stufen: eine Schleifpolitur mit etwas Abtrag, um Schleifspuren und Orangenhaut zu glätten, und danach eine feine Hochglanzpolitur. Für jede Politur ein eigenes Pad verwenden, damit keine groben Partikel in die Feinstufe gelangen.

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Kommentare

Markus Richter 13. Dezember 2019 um 10:10

Bei der Lackierung von einzelnen Teilen ist die Polierung per Hand wahrscheinlich mehr geeignet, weil es mehr Präzision leistet. Wenn man ein ganzen Fahrzeug lackieren lässt, braucht man einen schnelleren Methode fürs Schleifen. Ein Exzenterschleifer scheint ein wichtiges Zeug für jede Autowerkstatt zu sein.

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