2K-Lack richtig mischen: Mischverhältnis, Härter, Verdünnung und Topfzeit
Bei 2K-Lack entscheidet das Mischen über das Ergebnis, noch bevor die Pistole zum Einsatz kommt. Stimmt das Verhältnis von Lack und Härter nicht, härtet der Lack nicht richtig durch, bleibt weich oder wird spröde. Stimmt die Verdünnung nicht, gibt es Orangenhaut oder Läufer. Hier steht, wie Sie ein Mischungsverhältnis wie „2:1 + 10 %“ lesen, in welcher Reihenfolge gemischt wird und was es mit der Topfzeit auf sich hat.
- „2:1 + 10 %“ heißt: zwei Teile Lack, ein Teil Härter, dazu 10 Prozent Verdünnung.
- Die Verdünnung wird in den meisten Datenblättern auf die Mischung aus Lack und Härter gerechnet.
- Mehr Härter macht den Lack nicht härter, sondern stört die Vernetzung.
- Nur so viel anmischen, wie Sie in der Topfzeit verarbeiten.
Was 2K bedeutet
2K steht für zwei Komponenten: Stammlack und Härter. Erst wenn beide gemischt werden, beginnt eine chemische Reaktion, die den Lack vernetzt. Das Ergebnis ist deutlich widerstandsfähiger gegen Kratzer, Benzin und Witterung als ein 1K-Lack, der nur durch Verdunsten des Lösemittels trocknet. Deshalb sind Klarlacke, Füller und Decklacke im Fahrzeugbereich meist 2K-Produkte. Beim Autolack wird häufig ein Basislack ohne Härter mit einem 2K-Klarlack darüber kombiniert: Der Basislack bringt den Farbton, der Klarlack den Glanz und den Schutz.
Der Preis dafür: Die Mischung ist nur begrenzt verarbeitbar, und das richtige Mischverhältnis muss stimmen, sonst kann der Lack nicht richtig aushärten. Ein gutes Lackierergebnis beginnt also beim Mischen, nicht erst beim Lackieren. Welche Lacke überhaupt in die Lackierpistole gehören, steht unter Welche Farbe für die Lackierpistole?
Mischverhältnis richtig lesen
Das Mischverhältnis auf der Lackdose oder im technischen Merkblatt folgt fast immer demselben Muster: Lack : Härter + Verdünnung. Gemischt wird nach Volumen, nicht nach Gewicht, außer das Datenblatt sagt ausdrücklich etwas anderes.
| Angabe | Bedeutung | Beispiel für 500 ml gesamt |
|---|---|---|
| 2:1 + 10 % | zwei Teile Lack, ein Teil Härter, 10 % Verdünnung | etwa 303 ml Lack, 152 ml Härter, 45 ml Verdünnung |
| 4:1 + 10 % | vier Teile Lack, ein Teil Härter, 10 % Verdünnung | etwa 364 ml Lack, 91 ml Härter, 45 ml Verdünnung |
| 3:1 + 15 % | drei Teile Lack, ein Teil Härter, 15 % Verdünnung | etwa 326 ml Lack, 109 ml Härter, 65 ml Verdünnung |
Die Werte in der rechten Spalte sind gerundet und rechnen die Verdünnung auf die Mischung aus Lack und Härter. Einige Hersteller beziehen die Prozentangabe nur auf den Stammlack. Das steht dann im Datenblatt, und der Unterschied ist bei 10 Prozent gering. Welche Verhältnisse für Ihren Lack gelten, bestimmt immer der Hersteller. Die Tabelle zeigt nur, wie gerechnet wird.
Gesamtmenge und Verhältnis eintragen, der Mischungsrechner gibt die Milliliter für jede Komponente aus und prüft, ob alles in den Becher passt. Zum Mischungsrechner
2K-Lack richtig mischen: Schritt für Schritt
Beim Mischen zählt Sorgfalt mehr als Tempo. Immer nur so viel Lack anmischen, wie Sie direkt verarbeiten, und jede Komponente genau abmessen, in Millilitern oder mit dem Messbecher.
- Datenblatt lesen. Mischungsverhältnis, Verdünnung, Topfzeit und Düsengröße stehen dort.
- Stammlack gründlich aufrühren, bis sich kein Bodensatz mehr zeigt.
- Lack in den Mischbecher bis zur ersten Marke. Becher mit Skala machen das einfach, zum Beispiel Mischbecher mit 600 ml.
- Härter dazugeben bis zur nächsten Marke und mindestens eine Minute verrühren, bis die Mischung homogen ist.
- Verdünnung zugeben und nochmals rühren.
- Viskosität prüfen, wenn das Datenblatt eine Auslaufzeit nennt, mit einem DIN-4-Becher.
- Durch ein Lacksieb in den Becher der Pistole füllen, etwa mit Einweg-Lacksieben.
Topfzeit und Verarbeitungszeit
Ab dem Moment, in dem Härter dazukommt, beginnt die Reaktion. Die Topfzeit gibt an, wie lange die Mischung verarbeitbar bleibt. Sie steht im Datenblatt und bezieht sich auf eine bestimmte Temperatur, meist 20 °C. Bei Wärme wird sie kürzer, bei Kälte länger. Danach wird der Lack zäh, lässt sich nicht mehr sauber zerstäuben und verläuft schlecht. Von der Topfzeit zu unterscheiden ist die Trocknungszeit, also wie lange die lackierte Fläche braucht, bis sie staubtrocken, grifffest und durchgehärtet ist. Auch sie steht im Merkblatt.
Deshalb lohnt es sich, die Menge vorher zu rechnen. Wie viel Lack Sie für Ihre Fläche brauchen, zeigt der Lackmengen-Rechner. Mischen Sie lieber zweimal eine kleinere Menge als einmal zu viel. Was im Becher aushärtet, ist verloren, und die Pistole muss sofort gereinigt werden. Wie das geht, steht unter Lackierpistole reinigen.
Typische Fehler
| Fehler | Folge | Abhilfe |
|---|---|---|
| zu viel Härter | Lack wird spröde, kann reißen | Verhältnis genau abmessen, nicht „zur Sicherheit“ mehr nehmen |
| zu wenig Härter | Lack bleibt weich oder klebrig | Messbecher mit Skala verwenden |
| falsche Verdünnung | Reaktion gestört, schlechter Verlauf | nur die im Datenblatt genannte Verdünnung nehmen |
| Härterdose offen stehen lassen | Härter zieht Feuchtigkeit und wird unbrauchbar | Dose sofort wieder verschließen |
| Mischung zu lange stehen lassen | Lack dickt ein, spuckt aus der Pistole | Topfzeit beachten, kleinere Mengen mischen |
Viele 2K-Härter enthalten Isocyanate. Für das Spritzen solcher Lacke empfehlen die Hersteller in der Regel fremdbelüfteten Atemschutz, weil Filtermasken dort nicht ausreichend schützen. Eine Halbmaske mit A2P2-Filtern wie die 3M 6002 ist für Lösemittel- und Wasserlacke ohne Isocyanat gedacht. Maßgeblich ist das Sicherheitsdatenblatt des Lacks.
Wie viel Verdünnung bei 2K-Lack?
Die meisten 2K-Lacke werden mit 5 bis 20 Prozent Verdünner auf Spritzviskosität gebracht, der genaue Wert steht im Datenblatt. Er hängt vom Material, von der Temperatur und von der Pistole ab. Einige Hersteller bieten Verdünner in mehreren Varianten an, etwa kurz, normal und lang. Der kurze Verdünner verdunstet schneller und passt zu kühlen Temperaturen oder kleinen Flächen, der lange zu Wärme und großen Flächen.
Wer nach Gefühl verdünnt, liegt oft daneben. Genauer ist die Auslaufzeit im Viskositätsbecher: Füllen, anheben und die Sekunden bis zum Abreißen des Strahls stoppen. Stimmt der Wert mit dem Datenblatt überein, stimmt die Verdünnung.
Kann man 2K-Lack ohne Härter verarbeiten?
Nein. Ohne Härter findet keine Vernetzung statt, der Lack bleibt weich und klebrig und löst sich später wieder an. Auch 1 Teil Härter zu wenig oder zu viel stört die Reaktion. Wer keinen Härter verwenden will, braucht einen 1K-Lack, der von vornherein ohne Härter auskommt.
Muss man vor 2K-Lack grundieren?
Das hängt vom Untergrund ab. Blankes Metall braucht eine Haftgrundierung oder einen Füller, sonst haftet der Lack schlecht und Rost kann sich unter der Schicht ausbreiten. Auf einer intakten, angeschliffenen Altlackierung kann der neue Lack oft direkt aufgebracht werden. Kunststoffteile brauchen meist einen Haftvermittler. Welcher Aufbau gilt, gibt der Hersteller im Datenblatt vor, weil Grundierung, Füller und Decklack aufeinander abgestimmt sind.
Häufige Fragen
Was bedeutet 2:1 bei Lack?
Zwei Teile Stammlack auf einen Teil Härter, gemessen nach Volumen. Aus 200 ml Lack und 100 ml Härter entstehen 300 ml Mischung, dazu kommt die Verdünnung.
Worauf bezieht sich die Prozentangabe der Verdünnung?
In den meisten Datenblättern auf die Mischung aus Lack und Härter. Bei 300 ml Mischung und 10 Prozent sind das 30 ml Verdünnung. Einzelne Hersteller rechnen nur auf den Stammlack, das steht dann im Datenblatt.
Kann man angemischten 2K-Lack aufbewahren?
Nein. Nach Ablauf der Topfzeit härtet die Mischung auch im geschlossenen Becher aus. Nur die unvermischten Komponenten lassen sich lagern.
Kann ich Härter und Verdünnung von einem anderen Hersteller nehmen?
Davon raten die Hersteller ab. Die Komponenten sind aufeinander abgestimmt. Fremde Härter oder Verdünnungen können die Vernetzung stören.
Passendes Zubehör
Mischbecher mit Skala, Viskositätsbecher, Lacksiebe und Atemschutz. Die Preise werden automatisch aktualisiert.

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