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Druckminderer an der Lackierpistole: Druck richtig einstellen

Der Druck am Kompressor ist nicht der Druck an der Pistole. Zwischen Kessel und Düse liegen Druckminderer, Wartungseinheit, Kupplungen und mehrere Meter Schlauch, und jedes Teil kostet etwas Druck. Wer das nicht beachtet, stellt am Kompressor 2 bar ein und lackiert in Wahrheit mit 1,5 bar. Das Ergebnis ist Orangenhaut. Hier steht, wo der Druckminderer hingehört, wie Sie den Druck richtig einstellen und wie Sie Druckverluste klein halten.

Das Wichtigste in Kürze
  • Maßgeblich ist der Eingangsdruck direkt an der Pistole. Diesen Wert nennen die Datenblätter.
  • Den Druck immer bei gezogenem Abzug einstellen, im Stillstand zeigt das Manometer zu viel an.
  • Ein Regler mit Manometer am Griff ist die genaueste Lösung.
  • Vor die Pistole gehören Wasserabscheider und Filter, aber nie ein Öler.

Drei Drücke, die man auseinanderhalten muss

Kesseldruck

Der Druck im Kessel, meist bis 8 oder 10 bar. Er schwankt, weil der Kompressor ein- und ausschaltet. Für die Pistole ist er zu hoch.

Arbeitsdruck am Regler

Der Wert, den der Druckminderer am Kompressor oder an der Wartungseinheit ausgibt. Er bleibt konstant, solange der Kessel darüber liegt.

Eingangsdruck an der Pistole

Der Druck, der nach Schlauch und Kupplungen am Griff ankommt. Das ist der Wert aus der Anleitung der Pistole.

Viele HVLP-Pistolen sind auf einen Eingangsdruck um 2 bar ausgelegt, RP-Pistolen liegen ähnlich oder etwas darüber. Die genaue Angabe steht in der Anleitung Ihrer Pistole. Wie Sie mit Druck, Materialmenge und Strahlbreite das Spritzbild abstimmen, erklärt Lackierpistole richtig einstellen.

Wo der Druckminderer hingehört

Position Vorteil Nachteil
Am Kompressor (meist verbaut) schon vorhanden, hält den Druck konstant misst vor dem Schlauch, Druckverlust bleibt unsichtbar
In der Wartungseinheit regelt und filtert in einem Gerät misst ebenfalls vor dem Schlauch zur Pistole
Direkt an der Pistole zeigt den Druck, der wirklich ankommt etwas mehr Gewicht am Griff

In der Praxis bewährt sich eine Kombination: Der Regler am Kompressor oder an der Wartungseinheit wird etwas höher gestellt, der Feinregler an der Pistole bringt den Druck auf den Sollwert. So gleicht der Pistolenregler Schwankungen aus, und Sie sehen am Griff, was ankommt. Ein einfacher Regler mit Manometer und Kugelgelenk ist zum Beispiel der BenBow Druckregler.

Druck richtig einstellen

  1. Kessel füllen lassen, bis der Kompressor abschaltet.
  2. Regler am Kompressor etwas über den Sollwert stellen, zum Beispiel 3 bar bei einer Pistole für 2 bar.
  3. Abzug ganz durchziehen, am besten ohne Material oder in einen Karton sprühen.
  4. Am Pistolenregler einstellen, während die Luft strömt, bis das Manometer den Wert aus der Anleitung zeigt.
  5. Spritzprobe auf Pappe und erst danach an das Werkstück.
Warum bei gezogenem Abzug?

Solange keine Luft fließt, steht im ganzen Schlauch derselbe Druck. Erst wenn die Pistole Luft verbraucht, entsteht der Druckverlust. Ein Wert, der im Stillstand eingestellt wurde, sinkt beim Sprühen spürbar ab.

Druckverlust im Schlauch klein halten

Wie viel Druck im Schlauch verloren geht, hängt von Luftmenge, Länge und vor allem vom Innendurchmesser ab. Bei Airbrush spielt das kaum eine Rolle, bei einer HVLP-Pistole mit 300 Litern pro Minute sehr wohl.

Schlauch Eignung Hinweis
Spiralschlauch, 5 bis 6 mm innen Airbrush, Ausblaspistole, kurze Wege für HVLP zu dünn, deutlicher Druckverlust
Schlauch 8 mm innen RP, LVLP, Mini-Pistolen bei HVLP höchstens kurze Längen
Schlauch ab 9 mm innen HVLP und Füllerpistolen auch auf 10 m noch gut nutzbar

Zusätzlich bremsen Schnellkupplungen mit kleinem Durchlass und jeder Knick. Rollen Sie den Schlauch vor dem Lackieren ganz ab. Ein Beispiel für einen Schlauch mit großem Querschnitt ist der Poppstar mit 9,2 mm. Ob der Kompressor überhaupt genug Luft liefert, steht unter Luftverbrauch der Lackierpistole.

Wasserabscheider und Filter, aber kein Öler

Kompressor, Wasserabscheider, Feinfilter, Druckminderer und Lackierpistole in Reihe geschaltet
Die Reihenfolge vom Kompressor zur Pistole: Wasserabscheider, Feinfilter, Druckminderer, Schlauch.

Beim Verdichten entsteht Kondenswasser, dazu kommen Rost aus dem Kessel und bei ölgeschmierten Kompressoren feinste Ölreste. Im Lack zeigen sich Wasser als Flecken und Öl als kleine Krater. Deshalb gehört vor die Pistole eine Einheit mit Wasserabscheider und Filter, bei hohen Ansprüchen an Klarlack zusätzlich ein Feinfilter.

Wichtig beim Kauf: Viele günstige Wartungseinheiten enthalten einen Öler. Der gibt absichtlich Öl in die Luft, um Druckluftwerkzeuge zu schmieren. Vor einer Lackierpistole ist das genau das Falsche. Achten Sie auf eine Einheit aus Filter, Wasserabscheider und Regler ohne Öler, etwa die WELDINGER Wartungseinheit.

Druckminderer mit Anzeige oder ohne?

An der Pistole gibt es zwei Bauformen. Ein einfaches Regelventil ohne Anzeige drosselt die Luft, zeigt aber nicht, wie viel Druck ankommt. Sie stellen dann nach Gefühl oder nach Spritzbild ein. Ein Regler mit Manometer zeigt den Wert direkt an, und nur so lässt sich der Druck aus der Anleitung zuverlässig treffen. Einige hochwertige Lackierpistolen haben das Manometer bereits im Griff eingebaut, bei manchen Modellen sogar als digitale Anzeige.

Für die meisten Lackierpistolen ist ein nachgerüsteter Regler mit Manometer die günstigste Lösung. Er wird zwischen Griff und Schlauchkupplung geschraubt. Achten Sie auf das Gewinde: Die meisten Pistolen haben einen Luftanschluss mit 1/4 Zoll. Ein Kugelgelenk entlastet das Handgelenk, weil der Schlauch nicht mehr am Griff zieht.

Woran Sie falschen Druck erkennen

Das Spritzbild auf Pappe verrät, ob der Druck passt. Ein Probestoß auf einen Karton dauert eine Sekunde und spart viel Nacharbeit.

Zu wenig Druck

Grobe Tröpfchen und Orangenhaut, der Strahl ist in der Mitte dicker als am Rand, bei dickerem Material spuckt die Pistole.

Zu viel Druck

Viel Sprühnebel und hoher Lackverbrauch, die Oberfläche wird trocken und rau, der Strahl ist in der Mitte dünn, sogenannte Hantelform.

Liegt der Druck laut Manometer richtig und das Spritzbild stimmt trotzdem nicht, ist oft die Viskosität des Lacks der Grund. Das steht unter 2K-Lack mischen.

Häufige Fragen

Wie viel bar braucht eine Lackierpistole?

Viele HVLP- und RP-Pistolen arbeiten mit einem Eingangsdruck um 2 bar. Maßgeblich ist die Angabe in der Anleitung, gemessen direkt an der Pistole.

Brauche ich einen extra Druckminderer, wenn der Kompressor einen hat?

Nicht zwingend. Der Regler am Kompressor hält den Druck konstant. Ein zusätzlicher Regler an der Pistole zeigt aber, was nach dem Schlauch ankommt, und macht das Einstellen genauer.

Warum fällt der Druck beim Sprühen ab?

Weil erst beim Sprühen Luft durch den Schlauch strömt und dabei Druck verloren geht. Fällt der Druck nach einigen Minuten immer weiter, liefert der Kompressor zu wenig Luft.

Darf eine Wartungseinheit mit Öler vor die Lackierpistole?

Nein. Öl in der Druckluft verursacht Krater im Lack. Für Lackierarbeiten nur Filter, Wasserabscheider und Regler verwenden.

Passendes Zubehör

Regler für den Griff, Wartungseinheit ohne Öler und ein Schlauch mit großem Querschnitt. Die Preise werden automatisch aktualisiert.

BenBow Druckregler mit Manometer für Lackierpistolen

29,00 €

inkl. gesetzlicher MwSt.
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WELDINGER Wartungseinheit mit Filter und Wasserabscheider

31,99 €

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Poppstar Druckluftschlauch 10 m mit 9,2 mm Innendurchmesser

23,82 €

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