Skip to main content

Lackieren mit der Lackierpistole: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Kurz beantwortet
  • Gründlich lackieren heißt vor allem gründlich vorbereiten: reinigen, schleifen, entstauben, abkleben. Das ist der größte Teil der Arbeit.
  • Den Lack auf Spritzviskosität bringen, sieben und die Pistole auf Pappe einstellen, bevor Sie ans Werkstück gehen.
  • In gleichmäßigen, überlappenden Bahnen im rechten Winkel spritzen. Lieber zwei bis drei dünne Schichten als eine dicke.
  • Zwischen den Schichten ablüften lassen, bei Bedarf zwischenschleifen und nach der Arbeit sofort die Pistole reinigen.

Mit der Lackierpistole entsteht eine gleichmäßige Oberfläche ohne Pinselstriche, schneller als mit Pinsel oder Rolle. Das gelingt aber nur, wenn der Ablauf stimmt. Die meisten Fehler entstehen nicht beim Spritzen, sondern davor: schlecht vorbereiteter Untergrund, falsch verdünnter Lack, keine Probe. Diese Anleitung führt Sie in zehn Schritten durch den kompletten Vorgang, vom Arbeitsplatz bis zur Reinigung.

Person im Schutzanzug lackiert eine liegende Schranktür in einer mit Folie abgedeckten Werkstatt
Abdecken, Schutzkleidung und ein liegendes Werkstück: so entsteht eine gleichmäßige Fläche ohne Läufer.

Was Sie brauchen

🔫Gerät

Lackierpistole mit passender Düse und Kompressor oder ein elektrisches Farbsprühsystem. Welches Gerät zu Ihrem Vorhaben passt, zeigt die Kaufberatung.

🧽Vorbereitung

Schleifpapier in mehreren Körnungen, Schleifklotz, Entfetter oder Silikonentferner, Staubbindetuch.

🧻Abdecken

Abdeckfolie, Malerkrepp, Abdeckpapier, eventuell ein Sprühzelt oder eine Kabine.

🥽Schutz

Atemschutz passend zum Lack, Schutzbrille, Handschuhe, Overall.

Schritt für Schritt: So lackieren Sie mit der Lackierpistole

  1. Arbeitsplatz einrichten Staubarm, gut belüftet, mindestens 15 bis 20 Grad warm und gut beleuchtet. Boden vorher feucht wischen, damit kein Staub aufgewirbelt wird.
  2. Untergrund reinigen Fett, Wachs und Silikon mit einem passenden Reiniger entfernen. Schon Fingerabdrücke können Haftungsprobleme verursachen.
  3. Schleifen Alten, losen Lack entfernen und den Untergrund anschleifen, damit der neue Lack Halt findet. Die Körnung hängt vom Material ab, für den Zwischenschliff sind 240 bis 400 üblich. Details stehen unter Untergrundvorbereitung vor dem Lackieren.
  4. Entstauben und abkleben Schleifstaub mit Druckluft und Staubbindetuch entfernen. Alles, was keinen Lack abbekommen soll, sauber abkleben und abdecken.
  5. Grundieren Je nach Untergrund Haftgrund, Grundierung oder Füller auftragen. Auf rohem Holz, blankem Metall und Kunststoff ist das Pflicht.
  6. Lack vorbereiten Gut aufrühren, nach Datenblatt verdünnen, mit dem Auslaufbecher prüfen und durch ein Sieb in den Becher geben. Hinweise dazu gibt Welche Farbe für die Lackierpistole?
  7. Pistole einstellen und Probe spritzen Druck, Materialmenge und Strahlbreite auf Pappe abstimmen, bis das Spritzbild gleichmäßig oval ist. Die Anleitung steht unter Lackierpistole richtig einstellen.
  8. Erste Schicht dünn auftragen Neben dem Werkstück ansetzen, Abzug ziehen, in gleichmäßigem Tempo über die Fläche fahren und erst dahinter loslassen. Jede Bahn überlappt die vorige um etwa die Hälfte.
  9. Ablüften und weitere Schichten Die Ablüftzeit aus dem Datenblatt abwarten, dann die nächste Schicht quer oder gleich gerichtet auftragen. Bei Bedarf fein zwischenschleifen und entstauben.
  10. Trocknen und reinigen Werkstück staubfrei trocknen lassen, Pistole sofort reinigen, siehe Lackierpistole reinigen.

Die richtige Spritztechnik

Punkt So geht es richtig
Abstand HVLP etwa 10 bis 15 cm, RP und Farbsprühsysteme 15 bis 20 cm. Über die ganze Bahn gleich halten.
Winkel Pistole im rechten Winkel zur Fläche, nicht kippen.
Bewegung Aus dem Arm parallel zur Fläche führen, nicht aus dem Handgelenk schwenken, sonst wird die Schicht am Rand dünner.
Tempo Gleichmäßig und zügig. Zu langsam erzeugt Läufer, zu schnell eine trockene, raue Oberfläche.
Überlappung Etwa 50 Prozent, damit keine Streifen entstehen.
Reihenfolge Erst Kanten, Ecken und schwer erreichbare Stellen, dann die Flächen. Bei großen Teilen von oben nach unten.
Kontrolle im Streiflicht

Halten Sie eine Lampe seitlich zur Fläche. Im flachen Licht sehen Sie sofort, ob die Schicht geschlossen und nass verlaufen ist oder ob trockene, matte Stellen bleiben.

Wie gründlich muss man lackieren?

Gründlich heißt nicht dick. Die Deckkraft entsteht durch mehrere dünne, geschlossene Schichten. Eine zu dicke Schicht trocknet schlecht durch, bildet Läufer und kann später reißen. Als Faustregel gelten bei Buntlack zwei deckende Gänge, bei Klarlack ein bis zwei satte, aber nicht laufende Gänge. Wie viele Schichten Ihr Lack braucht, steht im Datenblatt, dort finden Sie auch die empfohlene Schichtdicke.

Rechner: Wie viel Lack brauchen Sie?

Beim Spritzen landet nicht alles auf dem Werkstück. Der Rechner berücksichtigt den Sprühverlust je nach Verfahren und zeigt, wie viel Lack Sie kaufen und pro Schicht anmischen sollten.

🪣
Lackmengen-Rechner
Wie viel Lack brauchen Sie inklusive Sprühverlust?
Beispiele:

Richtwerte. Die Ergiebigkeit steht auf der Dose oder im technischen Datenblatt und gilt für das Streichen oder Rollen, also ohne Sprühverlust. Wie viel beim Spritzen auf dem Werkstück ankommt, hängt von Pistole, Einstellung und Werkstück ab: Bei Gittern und Stuhlbeinen geht deutlich mehr daneben als bei einer glatten Tür.

Die Formel hinter dem Rechner, Beispiele für Tür, Möbel und Auto und wie Sie die Ergiebigkeit selbst ermitteln, stehen unter Lackverbrauch berechnen.

Typische Fehler und ihre Ursachen

Fehler Ursache Abhilfe
Läufer Zu viel Lack, zu nah, zu langsam Dünner spritzen, trocknen lassen, planschleifen. Mehr unter Lackierpistole tropft
Orangenhaut Lack zu dick, zu wenig Druck, zu großer Abstand Viskosität prüfen, Druck leicht erhöhen
Krater Silikon oder Fett auf dem Untergrund Gründlich entfetten, silikonfreies Zubehör
Staubeinschlüsse Staubige Umgebung, nicht entstaubt Raum vorbereiten, Staubbindetuch, Sprühzelt
Streifen Zu wenig Überlappung, Pistole geschwenkt 50 Prozent überlappen, parallel führen
Starker Sprühnebel Zu hoher Druck, zu großer Abstand Siehe Sprühnebel vermeiden
Sicherheit

Bei lösemittelhaltigen Lacken für gute Lüftung sorgen und keine Zündquellen im Raum haben. Atemschutz passend zum Lack tragen, bei Wasserlack mindestens eine Partikelmaske FFP2, bei Lösemittellack einen Kombifilter A2P2.

Häufige Fragen

Gibt es einen besonderen Vorgang beim Lackieren?

Ja: Vorbereiten, grundieren, Lack einstellen, Probe spritzen, in dünnen Schichten lackieren und ablüften lassen. Die Reihenfolge ist bei allen Geräten gleich.

Wie viele Schichten sollte man lackieren?

Meist zwei bis drei dünne Schichten. Die genaue Zahl und die Ablüftzeiten stehen im Datenblatt des Lacks.

Muss ich zwischen den Schichten schleifen?

Bei Möbeln und Holz ist ein feiner Zwischenschliff üblich, damit aufgestellte Fasern und Staubkörner verschwinden. Bei Autolack im Nass-in-Nass-Verfahren entfällt er.

Wie lange muss Lack trocknen?

Staubtrocken ist er oft nach Minuten bis Stunden, belastbar erst nach Tagen. Maßgeblich sind Lackart, Temperatur und Luftfeuchte laut Datenblatt.

Geräte für saubere Lackierergebnisse

Preise stammen aus der automatischen Aktualisierung und können sich bei Amazon jederzeit ändern.

Bewertung:

Ähnliche Beiträge



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

SATA Jet 100 BF HVLP, Düse 1,7 mm

479,00 €

inkl. gesetzlicher MwSt.
Kaufen*
Preis-Sieger
STAHLWERK HVLP Lackierpistolen 3er Set SGS-1125 ST

142,99 €

inkl. gesetzlicher MwSt.
Kaufen*
STAHLWERK HVLP Lackierpistole SG-250 ST

48,99 €

inkl. gesetzlicher MwSt.
Kaufen*