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Lackierpistole richtig einstellen: Schritt für Schritt

Die Reihenfolge, die funktioniert
  • Erst den Luftdruck, dann die Strahlform, dann die Materialmenge. Nie umgekehrt.
  • Eingangsdruck bei HVLP meist 2,0 bis 2,5 bar, bei RP-Pistolen 2,5 bis 3,0 bar.
  • Eingestellt wird bei gezogenem Abzug, nicht im Stillstand.
  • Jede Einstellung auf Pappe prüfen, bevor das Werkstück drankommt.
Probe-Spritzbild auf Pappe an der Wand, davor eine Lackierpistole mit Stellschrauben
Das Spritzbild auf Pappe zeigt, ob Luft, Materialmenge und Strahlbreite zusammenpassen.

Wie stellt man eine Lackierpistole richtig ein?

Drei Schrauben bestimmen das Ergebnis: die Luftregulierung, die Strahlformschraube und die Materialmengenschraube. Sie hängen voneinander ab, deshalb gibt es eine sinnvolle Reihenfolge. Wer zuerst die Farbmenge aufdreht und danach am Druck spielt, fängt jedes Mal von vorn an.

  1. Material vorbereiten. Lack nach Herstellerangabe verdünnen und durch ein Sieb in den Becher füllen. Zu zähes Material lässt sich durch keine Einstellung retten.
  2. Luftdruck einstellen. Am Druckminderer bei gezogenem Abzug den Wert aus dem Datenblatt der Pistole einstellen, in der Regel 2,0 bis 2,5 bar bei HVLP.
  3. Strahlform wählen. Die obere Schraube regelt von rund bis breit. Für Flächen breit, für Kanten und schmale Teile schmaler.
  4. Materialmenge öffnen. Die Schraube schrittweise öffnen, bis der Auftrag deckt, ohne zu laufen.
  5. Probesprühen. Auf Pappe oder Papier in 15 bis 20 cm Abstand eine Bahn ziehen und das Muster beurteilen.

Wie viel Luftdruck ist richtig?

Pistolenart Eingangsdruck Zerstäubungsdruck Anmerkung
HVLP 2,0 bis 2,5 bar max. 0,7 bar hoher Luftbedarf, wenig Overspray
RP 2,5 bis 3,0 bar höher als HVLP schnellerer Auftrag
LVLP 1,5 bis 2,0 bar niedrig für kleinere Kompressoren
Am Gerät messen, nicht am Kessel

Der Druck am Kesselmanometer sagt wenig aus. Zwischen Kompressor und Pistole gehen je zehn Meter Schlauch etwa 0,6 bar verloren. Gemessen wird deshalb am Pistolenfuß, idealerweise mit einem kleinen Manometer direkt am Anschluss.

Materialmenge und Viskosität

Die Materialmengenschraube begrenzt, wie weit die Nadel zurückgeht. Zu weit geöffnet bedeutet zu viel Lack im Strahl, der Auftrag läuft. Zu weit geschlossen bedeutet trockenen Auftrag mit sichtbarer Körnung. Die Viskosität wird vorher mit dem Auslaufbecher geprüft: Je nach Lack liegen die Werte typischerweise zwischen 15 und 25 Sekunden, die genaue Angabe steht im technischen Merkblatt des Lacks.

Spritzbild lesen und Fehler beheben

Beobachtung Ursache Abhilfe
Sichelförmiges Muster Luftkappe oder Düse einseitig verschmutzt reinigen, Luftkappe um 180 Grad drehen und erneut prüfen
Muster in der Mitte dick zu wenig Luftdruck oder zu viel Material Druck erhöhen oder Materialmenge zurücknehmen
Grobe Tropfen, spuckt Material zu zäh, Nadel undicht verdünnen, Nadeldichtung prüfen
Trockener, rauer Auftrag zu viel Druck, zu großer Abstand Druck senken, Abstand auf 15 bis 20 cm
Läufer an senkrechten Flächen zu viel Material, zu langsam geführt Menge reduzieren, gleichmäßiger und zügiger arbeiten

Düsengröße passend zum Lack

1,2 bis 1,3 mm

Klarlack und dünne Decklacke. Feinste Zerstäubung, sauberes Finish.

1,3 bis 1,4 mm

Basislack und Buntlack. Der Standardfall in der Werkstatt.

1,7 bis 2,0 mm

Füller und Grundierung. Dickeres Material braucht mehr Querschnitt.

ab 2,0 mm

Dispersions- und Latexfarbe. Dafür sind Farbsprühsysteme besser geeignet.

Abstand und Führung

Der Abstand liegt bei den meisten Druckluftpistolen zwischen 15 und 20 Zentimetern, gemessen von der Luftkappe zum Werkstück. Er bleibt über die gesamte Bahn gleich, die Pistole wird parallel geführt und nicht aus dem Handgelenk geschwenkt. Die Bahnen überlappen etwa zur Hälfte. Der Abzug wird vor der Kante gezogen und erst hinter der Kante gelöst, sonst entstehen dort doppelte Schichten.

Einstellung notieren

Wer mehrere Lacke verarbeitet, notiert sich Druck, Düsengröße und Umdrehungen der Materialschraube je Material. Beim nächsten Mal ist die Pistole in zwei Minuten eingestellt statt in zwanzig.

Häufige Fragen

Wie viel Liter pro Minute brauche ich?

Für eine 1,4er HVLP sind rund 300 Liter pro Minute Abgabeleistung ein vernünftiger Wert. Steht im Datenblatt der Pistole ein niedrigerer Verbrauch, gilt dieser plus Reserve.

Gibt es Herstellerangaben für einzelne Modelle?

Ja. SATA, DeVilbiss und Iwata veröffentlichen zu jeder Pistole ein Datenblatt mit Verbrauch, empfohlenem Eingangsdruck und Düsenkombinationen. Bei günstigen Sets fehlt das oft, dort hilft nur das Probesprühen.

Muss ich nach jedem Lack neu einstellen?

Meist ja, zumindest die Materialmenge. Füller, Basislack und Klarlack verhalten sich unterschiedlich, auch wenn dieselbe Düse verwendet wird.

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Kommentare

Maik Timm 16. Mai 2017 um 11:12

Hallo
ich möchte im hobie bereich lackiren was fur ein kompressor brauche ich.?
danke Maik

Antworten

lackierpistole 14. November 2017 um 20:42

Schauen Sie bei uns mal auf der Seite. Der kleinste Kompressor reicht. Ich würde ein SET kaufen.

Antworten

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